Mittwoch, April 30, 2008

"Am Hang"


Mein Schwager war es, der mir zum ersten Mal von Markus Werner erzählte. Er lieh mir "Zündels Abgang" aus und später dann "Der ägyptische Heinrich". Dieser CH- Schriftsteller lebt und arbeitet in Schaffhausen. Liebe Christa, wohnt er vielleicht sogar in der Nähe von Dir ;-)

Nun halte ich seinen siebten Roman in den Händen: "Am Hang"
Die Erzählung handelt von zwei ganz unterschiedlichen Männern, die sich im Tessin zufällig treffen. Sie lernen sich näher kennen und erzählen sich an zwei Abenden ihre Lebens- und Liebesgeschichte. Je länger ich las, desto stärker wurde in mir die Ahnung, die dann am Ende des Buches zur Gewissheit wurde, dass diese Männer etwas ganz Starkes miteinander verbindet. Die Ballade von C.F. Meyer: "Die Füsse im Feuer" spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Das Buch ist spannend geschrieben, seine Sprache ist wunderbar. Markus Werner wechselt virtuos ab zwischen direkter und indirekter Rede ohne je Anführungszeichen zu setzen. Es zieht den Leser in die Geschichte hinein und sie hält ihn gefangen bis zur letzten Seite. Die Erzählung steckt voll philosophischer Betrachtungen und Lebensweisheiten. Ich habe "Am Hang" mit Genuss gelesen und kann es nur weiter empfehlen.

Markus Werner: "Wer anders sein will, als er ist, der tut mir leid."

Montag, April 28, 2008

Traumprinz

Ich traute meinen Augen kaum, da ritt tatsächlich, wie ich es in den Märchen immer wieder gelesen habe, ein Prinz auf dem berühmten Schimmel auf mich zu.
Da ich ja schon einen Traumprinzen habe, wandte ich mich ab und Ross und Reiter ritten traurig weiter.

Freitag, April 25, 2008

"Life of Pi"




Der Besuch im Zoo erinnerte mich an das kürzlich gelesene Buch vom "Schiffbruch mit Tiger", von Yann Martel.

Pi Patel, ein kleiner Junge, wächst in Indien auf. Seine Familie besitzt einen Zoo und Pi schildert in humorvollen Worten sein Leben zwischen all den Tieren. Das Schicksal spielt dem kleinen Pi übel mit. Als er sich mit seiner Familie und vielen Zootieren auf dem Schiff befindet mit Kurs nach Kanada, erleiden sie Schiffbruch. Pi verliert seine ganze Familie und kämpft in einem kleinen Rettungsboot, das er mit einem bengalischen Tiger, einer Tüpfelhyäne, einem Zebra und einem Orang-Utan teilen muss, ums Überleben. Pi, ein praktizierender Christ, Hindu und Moslem, der sich taufen liess und auch einen Gebetsteppich hat, ruft in höchster Not Jesus, Maria, Mohammed und Vishnu zu Hilfe. Die phantastische Reise auf dem Meer mit Richard Parker, dem Tiger, ist hinreissend erzählt und hat mich sehr fasziniert. Ob die Begegnung mit einem andern Schiffbrüchigen tatsächlich stattgefunden hat oder ob es eine Hungerphantasie war, weiss ich nicht. Einzig der Abschnitt über die Erdmännchen hat mir nicht sehr gefallen. Pis Schicksal liess mich nicht gleichgültig und er hat es triumphal geschafft in die Reihe meiner persönlichen Kinderbuchhelden wie Tom Sawyer, Huckleberry Finn, Pippi Langstrumpf, Alice im Wunderland, Mo, (Unendliche Geschichte) Jim Hawkins (Schatzinsel) . . . aufgenommen zu werden. Ich möchte noch anfügen, dass dieses Buch kein Kinderbuch ist. Eine unglaubliche Geschichte, grandios erzählt, mit viel Witz und Situationskomik.

"Eine Weisheit sagt, dass Menschen, denen wir begegnen, uns verändern, und manchmal verändern sie uns so sehr, dass wir danach nicht mehr dieselben sind . . ."
Yann Martel

Dasselbe lässt sich auch über Bücher sagen, die wir gelesen haben.

Donnerstag, April 24, 2008

Traumgoal


In St. Gallen warteten gestern Mittag Tausende, genauer gesagt 2300 Fussballbegeisterte, um ein Traumgoal zu schiessen. Kaum zu verfehlen mit seiner Länge von sieben und einer Höhe von fünf Metern lockte das Riesentor Jung und Alt an, sogar auch solche mit einem Gehgips und verhalf allen Kickern zu einem Erfolgserlebnis. Der Spassfakor war gross und liess sich nur noch mit einer Bratwurst danach steigern. :-)


video

Danke Felix für den Link!

Mittwoch, April 23, 2008

Bilderbuch


In diesem reizenden Bilderbuch erzählt Sonja Bougaeva die Geschichte zweier Schwestern, die Besuch von ihrem Vetter bekommen. Die Geschwister freuen sich und nehmen ihren Verwandten gastfreundlich auf. Der Vetter aber mischt sich schnell ins Leben der Schwestern ein und stellt es auf den Kopf. Ohne sich mit ihnen abzusprechen malt er die Hauswand neu an, sperrt die Tiere aus dem Haus, verbannt Butter und Marmelade vom Tisch und führt Frühsport und Müesli ein. Als er sogar die Möbel umstellt und sie wegpackt werden die Schwestern krank.

Die Geschichte ist humorvoll erzählt und vor allem die Bilder, die wie Gemälde anmuten sind einfach prächtig. Wie die Schwestern wieder gesund und glücklich werden liest sich mit grossem Vergnügen.

Dienstag, April 22, 2008

Vogelbaum


". . . UND ICH SAH, WIE ER JEDEN MORGEN BEI TAGESANBRUCH VOM WIPFEL BIS ZUM FUSS ERWACHTE. DENN ER WAR BELADEN MIT VÖGELN. UND SOBALD ES DÄMMERTE, BEGANN ER ZU LEBEN UND ZU SINGEN. WENN DANN DIE SONNE AUFGEGANGEN WAR, LIESS ER SEINE SCHÄTZE IN DEN HIMMEL HINAUS . . . "

Antoine de Saint-Exupéry, aus "Die Stadt in der Wüste"

Samstag, April 19, 2008


"Dich kenne ich, dich lieb ich,
dich sah ich wachsen
Holz.
Darum,
so ich dich anrühre,
antwortest du
wie ein geliebter Leib,
du weisest mir
deine Augen und deine Fasern,
deine Knorren, deine Male, deine Adern,
die reglosen Flüssen gleichen.
Ich weiss,
was sie
singen
mit Windes Stimme,
ich lausch der stürmenden Nacht..."

Pablo Neruda

Freitag, April 18, 2008

Hol(l)ywood


In diesem Regenwald in Neuseeland zu spazieren erinnert mich stark an einen Ausflug ins Märchenland.

Jeder Baum zeigt einen andern Charakter, spiegelt eine starke Persönlichkeit. Ein Zauber und eine Magie liegen über diesem Ort.


"Warum gehst du in den Wald?" ,
fragt der Vater.
"Um Gott zu suchen" ,
antwortet der Knabe.
"Aber - ist Gott denn nicht überall?"
"Er schon" , sagt das Kind,
"aber ich bin nicht überall derselbe."

Elie Wiesel

Donnerstag, April 17, 2008

Meergedicht

"der Lärm des Wassers der in den Steinen rollt
Töne von ruhiger Nacht gewoben über dem Meer
diese Sprachen von denen ich nichts weiss und die zu mir sprechen

auf meinem Tisch, nah meiner Hand, habe ich
lange Zeit vom Meer bearbeitete Kiesel
sie berühren, das ist als könnten die Finger
mitunter Licht in das Denken bringen"

Lorand Gaspar
Aus dem Französischen von Joachim Sartorius

Dienstag, April 15, 2008

Träume weben


Im Blogeintrag vom 30.08. 06 : "Lebe den Traum" habe ich erwähnt, wie wichtig es ist, sich mit seinen Träumen zu beschäftigen. Vrginia Satir sagt zu diesem Thema:

"Als ich sehr viel jünger war, als ich es heute bin, sagte mir eine ältere Person, die ich sehr gern mochte:

"Verbringe mindestens fünfzehn Minuten am Tag damit, Träume zu weben. Und wenn du hundert gewebt hast, werden wenigstens zwei davon ein Leben annehmen."

Träumt eure Träume also weiter und kümmert euch nicht darum, ob es passieren kann oder nicht; webt sie zuerst. Viele haben ihre Träume dadurch getötet, dass sie herausfinden wollten, ob sie sie verwirklichen könnten oder nicht, bevor sie sie geträumt hatten. Wenn ihr also erstklassige Träumer seid, träumt sie aus - gleich mehrere auf einmal - und seht dann, welche Realität sich einstellt, um sie zu verwirklichen anstatt zu sagen: Oh, mein Gott, was kann ich bei dieser Wirklichkeit überhaupt träumen?"

Virginia Satir

Montag, April 14, 2008

Neuseeland 5





Und dann sind da immer wieder die vielen Schafe.
Ursula hat mir geschrieben, dass sie früher die Bücher von Mary Scott gelesen hätte und sie einen Farmer in Neuseeland heiraten wollte. Davon träumte ich nach der Lektüre von Scott natürlich auch ;-)

Samstag, April 12, 2008

Lulu Geburtstag

Liebs Schwöschterli
I gratuliere Dir ganz herzlich zom Geburtstag und wünsche Dir alles Glück vo de Wält.

"Die einzige, für die ich eine Ente nachmachen und wie ein Krokodil kriechen würde und der ich etwas vorsingen und "Rotkäppchen" zum fünfundfünfzigsten Male vorlesen würde, ist meine kleine Schwester."

Pam Brown

Freitag, April 11, 2008

Nachtrag


Zwei Aussagen in Monika Marons "Endmoränen":

"...wenn du nicht nach den Sternen greifst, schaffst du es nicht mal bis zur Dachrinne." S. 185

"Eine Generation im Fitnessstudio. Den eigenen Körper beten sie an, und Blasphemie bedeutet Körperlästerung, dick sein oder rauchen."
S. 114

Donnerstag, April 10, 2008

Endmoränen

In der Nähe des grossen Fox Glacier las ich das Buch von Monika Maron mit dem Titel: "Endmoränen".

Die Ich-Erzählerin Johanna schildert, wie sie zu DDR Zeiten Biografien schrieb und geheime Botschaften in ihnen versteckte. Als die Mauer fiel und sich eine neue Zeit ankündigte, blieb sie weiterhin bei ihrem angestammten Beruf, obwohl sie das Gefühl hatte, dass ihre Fähigkeiten nicht mehr gebraucht würden. Später wird sie über jene Zeit schreiben:

"Wir hatten die Chance, ein ganz neues Leben zu beginnen, eins, das für uns nicht vorgesehen war und mit dem niemand von uns gerechnet hatte. Ich hätte alle Festlegungen aufheben und mein Leben neu erfinden dürfen."

Inzwischen ist Johanna eine ältere Frau geworden und zieht sich in eine Endmoränen-Landschaft zurück um über ihr vergangenes Leben nachzudenken und einen Sinn für das noch verbleibende herauszufinden.
Sie erinnert sich wieder an die Worte einer ehemaligen Schulkollegin, die verkrüppelt war und ihr anvertraute:

"Sie dusche niemals, sondern bade immer in einem Berg von Schaum, um ihre ungefügen Gliedmassen, durch deren wächserne Haut der Tod hervorscheine wie in einem Röntgenbild, nicht ansehen zu müssen. Jeden Morgen und Abend, vollziehe sie den Wechsel der Kleidung hastig und atemlos vor Angst, ihren nackten Körper wahrnehmen zu müssen, als liesse er sich zum Verschwinden bringen, wenn niemand, nicht einmal sie selbst, ihn zur Kenntnis nähme."

Johanna gesteht sich ein:
"...Ich hätte, um mich zu schminken, in den Spiegel sehen und dabei feststellen müssen, dass mir schon wieder ein melierter Scheitel gewachsen war und ich es leid war, diesen aussichtslosen Kampf zu führen gegen die Haare, die Haut und das Fleisch. Ich dusche nicht mehr, sondern bade unter einer Decke aus Schaum, wie Irene."

Sie sinniert weiter über das Alter nach:
"Vielleicht lag ja auch das am Alter, an diesem demütigenden und wehrlosen Zustand des Altwerdens, der, worauf kaum einer gefasst ist, über uns kommt, während wir uns fast noch im Lager der Jugend wähnen, dann aber, eine Grippe, ein paar anstrengende Wochen, ein Schmerz, und eines Tages, unvorbereitet, erkennen wir im Spiegel unser neues, das fast alte Gesicht und warten von da an auf die unbarmherzige tägliche Verwandlung in das ganz alte."

Ihre Freundin Elli muntert sie auf und weist auf eine positive Seite des Alters hin:
"Vor allem aber, sagte Elli, könnten alte Menschen, besonders natürlich alte Frauen, im Schutze ihrer gebrechlichen Erscheinung hundsgmeine und verbotene Dinge tun, die ihnen, meistens leider zu Recht, niemand mehr zutraut."

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist der erste Roman, den ich von Monika Maron gelesen habe und ich bin gespannt auf ihre weiteren Werke.

Montag, April 07, 2008

Master Steffi ;-)


Hurra! Endlich ist die lange Schulzeit zu Ende.

Am Wochenende erhielten Steffi und ihre drei Freundinnen den Mastertitel an der Uni SG.
Dem Kleeblatt herzliche Gratulation!

Samstag, April 05, 2008

Gedicht über das Meer


"marines Gedicht Nr. XII

manchmal liegt eine Ruhe vor,
als resümiere das Meer seinen bisherigen Eindruck.

bis es auf kurz oder lang, schlüssig wie eh und je,
das Land wieder laut vor sich her schiebt."

Ron Winkler

Donnerstag, April 03, 2008

Neuseeland 4







Am Strand von Moeraki bewundern wir die riesigen Boulders. Wie riesige Schildkrötenpanzer liegen sie am Strand.

Diese prächtige Schildkröte besuchen wir im Zoo in Auckland.

Dienstag, April 01, 2008

32. Hochzeitstag

"DU ALLEIN, MEHR ALS VENUS,
kannst
mein Abendstern,
mein Morgenstern sein!"

Juan Ramon Jiménez