Dienstag, November 11, 2008

Martinstag



Nachruf

"Gib mir den Mantel, Martin,
aber geh erst vom Sattel,
und lass dein Schwert, wo es ist,
gib mir den ganzen."


Ilse Aichinger

Mich hat dieses Gedicht sehr nachdenklich gemacht. Als Kind habe ich die Martinslegende oft gehört. Der heilige Martin zerschneidet seinen Mantel und schenkt die Hälfte einem frierenden Bettler.

In Ilse Aichingers Gedicht bin ich nun selber die Bittende. Ich bin selbstbewusst und fordere Martin auf, mir den Mantel zu schenken und zwar den ganzen, was soll ich mit einem halben? Ich bitte ihn sogar, vom Pferd zu steigen damit wir auf Augenhöhe sind und das Schwert, das Symbol der Macht, stecken zu lassen.

Kommentare:

seelenruhig hat gesagt…

und was schließt du aus deinem Nachdenken?

liebste Grüße von Ellen

Gabrielas Tagebuch hat gesagt…

liebe ellen

ilse aichingers gedicht besteht nur aus vier zeilen in denen sie 22 wörter unterbringt. und doch enthält es so viel stoff zum nachdenken. verzeih, meine worte sind noch nicht geformt.

sei lieb gegrüsst.

u hat gesagt…

ALSO......und das ist komisch!! wir nämlich verspeisten mit freunden am martinstag eine leckere martinsgans und als ich das erste foto so betrachtete sah ich den bauch unterm t-shirt (nein, er ist NICHT dick!!!) und dachte, du schreibst sowas wie, daß hier die martinsgans drin sei......fand es lustig! entschuldigung!!!dabei liebe ich die geschichte so, als die kinder noch klein waren, wurde es immer gespielt. lieben gruß von ursula

Gabrielas Tagebuch hat gesagt…

liebe ursula

ich finde die vorstellung von der versteckten gans unter dem mantel auch sehr lustig :-)
mit den schülern habe ich früher die erzählung vom hl. martin auch oft gespielt. manches kind wollte dem armen bettler spontan den ganzen mantel schenken, aber vom "pferd" steigen wollte keines. :-)

ich schicke dir ganz liebe grüsse.